Der dunkle Reiter

Theater mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Pferden

 

Und so fängt die Geschichte an, die von der Kinderbuchautorin Krista Ruepp geschrieben wurde.

Die Fähre vom Festland näherte sich dem Hafen von Uthörn, einer kleinen Insel in der Nordsee. Hier gab es nur ein Dorf, und das hieß Uthörn, so wie die Insel. Uthörn hatte einen   Marktplatz, eine Kirche, eine Schule, einen Kindergarten, einen Laden, in dem es alles gab, was man so brauchte und eine kleine Bäckerei. Auf nahe beieinander liegenden Bauernhöfen lebten Charly, Mona und Philip mit ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern. Charly durfte immer das Pferd ihres Nachbarn Herrn Grimm reiten. Es hieß Sterntaler und war ein großer Schimmel. Die Pferde von Mona und Philip standen auch bei Herrn Grimm im Stall. Sie hießen Merlin und Kobold. Hinter den Dünen hatten sie eine große Weide. Mit den Pferden hatten die Kinder schon viele gemeinsame Abenteuer auf Uthörn erlebt.

Wieder einmal hatten die Kinder die Pferde von der Weide geholt. Sie führten sie über einen kleinen Umweg, denn sie wollten zur Anlegestelle, um die Ankunft der Fähre vom Festland zu beobachten. Mit diesem Schiff sollte der neue Inselbewohner ankommen, das hatten sie im Dorf erfahren. Und sie waren sehr gespannt. Ein lautes „Tuuuuut, Tuuuuut“ ertönte, und die Fähre legte an.

Die Kinder beobachteten genau, wer die Fähre verließ. Plötzlich sahen sie ihn. Er kam zu Fuß über die heruntergeklappte Rampe, ein unheimlicher Typ im schwarzen langen Mantel. Auf seinem schwarzen Lockenkopf trug er einen riesigen schwarzen Schlapphut. Sein Gesicht konnte man kaum erkennen, denn seine Augen versteckte er hinter einer schwarzen Sonnenbrille. Ketten, die er über dem Mantel trug, gaben bei jedem Schritt klirrende Geräusche von sich. Hinter ihm trottete an einem Führstrick ein schwarzes Pferd mit feurigen Augen.

 

 Der General- Anzeiger Bonn hat über unsere Aufführungen berichtet.

 

"Der dunkle Reiter" in Swisttal

Zwei- und Vierbeiner agieren gemeinsam

SWISTTAL.  In der Halle des Swisttaler Birkenhofs spielen Menschen und Pferde das Stück "Der dunkle Reiter". Eine weitere Aufführung steigt am 23. September

 

An diesem Projekt hatten die Akteure und die Zuschauer gleichermaßen Spaß. Die Bänke in der Reithalle des Swisttaler Birkenhofes waren gut gefüllt. Gespielt wurde das Stück "Der dunkle Reiter", die Fortsetzung des Kinderbuches "Mitternachtsreiter" von Krista Ruepp, der Kinderbuchautorin aus Bornheim.

Ruepp und die frühere Leiterin der Nikolausschule in Bornheim, Claudia Janoschka, inszenierten das Stück für Mensch und Pferd gemeinsam. Die frisch pensionierte Lehrerin ist vor 21 Jahren mit ihrem Mann Joachim und ihren Pferden nach Essig gezogen und hat kurze Zeit später schon Reitunterricht für behinderte und nicht-behinderte Kinder in ihrem neuen Zuhause, dem Reiterhof, angeboten.

Sie hat zusätzlich eine Ausbildung für heilpädagogisches Reiten absolviert. Ihr Mann ist im Behindertensport ausgebildet. Derzeit besuchen jede Woche rund 80 Kinder die Reitanlage.

20 von ihnen inszenierten am Samstag gemeinsam mit den Pferden das Stück, in dem es um Vorurteile und deren Auswirkungen geht. Der dunkle Reiter entpuppt sich als eine berühmte Gitarristin, die auf der Insel Ruhe finden möchte. Ihr Pferd "Hurricane", ein englischer Welsh-Cob des Reiterhofes, rettet schließlich die Kinder mehrfach aus brenzligen Situationen.

Die Kinder des Buches werden gespielt von Florian (11) auf dem Rücken des Indianerponys Sam, von Teresa (14) mit dem Westfalen Durby und von Johanna (14) auf dem lettischen Warmblut namens Balsam.

Jedes Jahr gibt es auf dem Reiterhof ein Theaterstück, das mit Mensch und Pferd gespielt wird. Mit dabei sind auch Menschen mit Behinderung oder Aufmerksamkeitsdefiziten. Janoschka weiß, dass beim Theaterspielen das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und die Disziplin gefördert wird.

Besondere Herausforderung für die kleinen und großen Akteure ist das Pferd als Spielpartner. Am Samstag meisterten das alle zwei- und vierbeinigen Akteure mit Bravour. Die Aufführung wird am Sonntag, 23. September, um 17 Uhr in der Reithalle des Birkenhofs, Sternstraße 41, in Swisttal-Essig wiederholt. Der Eintritt ist frei.

General Anzeiger Bonn 16.09.12